Wenn in Köln, Mainz oder anderen Feierhochburgen Bonbons und andere Süßigkeiten in die Menge geworfen werden, gehen im Piemont zwei Mannschaften in einem Spaßduell mit Orangen aufeinander los. Bei ungewöhnlichen Karnevals- und Faschingsbräuchen sind die Apfelsinenwerfer aber nicht allein …

Teilen Sie diesen Artikel auf:
Share on Facebook
Facebook
Share on Google+
Google+
Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on LinkedIn
Linkedin
Email this to someone
email
Pin on Pinterest
Pinterest

Männer in High Heels

Es ist ein verrücktes Wettrennen! Während des ausgelassenen Karnevals auf der Kanareninsel Teneriffa zwängen sich jedes Jahr feierfreudige Männer in High Heels und treten in der Hauptstadt Puerto de la Cruz zu einem Hindernisrennen an. Hierfür gibt es zwei Regeln: Die Absätze müssen mindestens 12 Zentimeter hoch sein und die Läufer müssen in Damenkleidung zum Rennen antreten. Abgebrochene Absätze und orientierungslose Männerbeine sind an der Tagesordnung.

 

Flug ins Glück 

 

Am ersten Fastensonntag beginnt in der Abenddämmerung ein lang ersehntes Ritual – das Scheibenschlagen! Im Südtiroler Vinschgau ziehen die Bewohner mit Ästen und Holzstücken bewaffnet auf eine Anhöhe oberhalb ihres Dorfes. Die vorbereiteten Holzstücke haben in der Mitte ein Loch, werden in einem Feuer zum Glühen gebracht, auf einen biegsamen Ast gespießt und dann Richtung Dorf geschleudert. Ein Fruchtbarkeitsritual und gleichzeitig die Möglichkeit für jeden Werfer, den Flug mit ganz persönlichen Wünschen zu verbinden. Wenn alle Holzscheiben gen Tal geflogen sind, beginnt der Fackelzug zurück ins Dorf.

 

Schreck am Abend

In der Abgeschiedenheit von Tälern sind seit jeher ganz eigene Mythen und Traditionen entstanden. Im Lötschental (Oberwallis) streifen zur Faschingszeit die „Tschäggättä“ umher. Das sind wild kostümierte Gestalten, deren Verkleidung aus Schaf- oder Ziegenfellen, furchterregend bemalten, handgeschnitzten Masken und einem mit Glocken bestückten Stock besteht.

Sie jagen allen, die sich nach Feierabend noch auf den Straßen befinden, einen Schrecken ein. Traditionell durften nur ledige junge Männer so verkleidet die Mitmenschen erschrecken, heute sind die Sitten lockerer geworden und auch brave Familienväter treten als „Tschäggättä“ auf. Der Brauch wird zwischen dem katholischen Feiertag „Mariä Lichtmess“ und dem „Gigiszischtag“ (dem Dienstag vor dem Aschermittwoch) praktiziert. Höhepunkte des Treibens sind die „Tschäggättä“-Umzüge am 23. und 25. Februar.

Top